In der Hotelbar steht der Regiestuhl aus der Serie, in dem Roy Black während der Drehpausen saß. Nebenan im Restaurant Seespitz ehrt man den Sänger mit einer nach ihm benannten Süßspeise. Zwischen Hotel und Restaurant steht eine Büste, die 2021 anlässlich seines 30. Todestages aufgestellt wurde. Es ist bereits die vierte – die Vorgängerinnen wurden entweder gestohlen oder wegen fehlender Ähnlichkeit mit dem Star wieder abmontiert.
Promi-Hotspot am Wörthersee: Velden ist Kärntens St. Tropez
Südseezauber in Österreich
Veröffentlicht am 12.05.2026 | 3 Minuten Lesedauer
Der Wörthersee ist der größte See Kärntens. Hier fühlen sich nicht nur die Reichen und Schönen wohl, sondern er zieht besonders im Sommer auch viele Touristinnen und Touristen mit seinem azurblauen Wasser an. In Deutschland kennt man die Gegend vor allem aus der Serie „Ein Schloss am Wörthersee“, in der Schlagersänger und Schauspieler Roy Black Anfang der 1990er-Jahre die Hauptrolle spielte.
Noch immer fragen Gäste im Schlosshotel Velden nach der Serie“, erzählt Hoteldirektor Thomas Haslauer. Er füllt heute die Rolle aus, die Roy Black alias Lenni Berger im Fernsehen hatte. Mit 30 Jahren ist er zu jung, um die Dreharbeiten erlebt zu haben, doch das 5-Sterne-Hotel profitiert weiterhin vom TV-Ruhm.
Roy Blacks Regiestuhl steht heute im Schlosshotel in Velden.
Azurblauer Wasserspaß
Beim Ortsrundgang erzählt Fremdenführerin Constanze Diechler, dass die Frontseite des Schlosses in der Serie nicht oft zu sehen war. Obwohl sie malerisch Richtung Wasser ausgerichtet ist, fanden es die Fernsehmachenden passender, wenn das Schlosshotel durch einen Park betreten wird, und so wurde der Haupteingang nach hinten verlegt.
Velden hat jedoch mehr zu bieten als Roy-Black-Nostalgie. Allem voran den Wörthersee selbst, der im Sommer schnell Badewannentemperatur von bis zu 28 Grad erreicht. Schon ab 22 Grad nimmt er eine azurblaue Färbung an, die es mit jeder Südseelagune aufnehmen kann. Die Palmen entlang der Seepromenade stehen allerdings in riesigen Töpfen und werden am Ende der Saison in Gewächshäusern eingelagert.
Villen als Statussymbole
Der spezielle Wörthersee-Baustil, ein opulenter Mix aus Jugendstil, Romantik, Barock und englischer Landhausarchitektur, diente den Bauherren ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg als Ausdruck ihres Reichtums. Heute liefern die Villen spektakuläre Fotomotive. „Die meisten dieser Prachtbauten sind nach den Frauen der Besitzer benannt“, weiß Constanze Diechler.
In Velden stehen viele Villen im prächtigen Wörthersee-Baustil.
Der höchste Holzturm der Welt
Den besten Blick auf den Wörthersee haben Gäste vom 2013 eröffneten Pyramidenkogel in Keutschach am See. Mit einer Gesamthöhe von 100 Metern ist er der höchste Holzturm der Welt, die oberste Aussichtsplattform liegt bei gut 70 Metern. Hinauf geht es über 441 Stufen oder – deutlich bequemer – mit dem Panoramalift. Abenteuerlustige Besucherinnen und Besucher können sich den Rückweg sparen und in wilden Kurven per Rutsche nach unten rasen. Mit einem Höhenunterschied von 52 Metern hält der Pyramidenkogel auch den Rekord für die höchste Gebäuderutsche Europas.
Jahr für Jahr genießen rund 100.000 Gäste den Fernblick vom Pyramidenkogel.
Ein Drache, ein Gnom und Udo Jürgens
In Klagenfurt erinnert sich kaum jemand an Roy Black. Hier hat man seinen eigenen Superstar. Schlagersänger Udo Jürgens, der 2014 im Alter von 80 Jahren verstarb, ist hier geboren. Er bekommt im Landesmuseum, das seit einigen Jahren unter dem Namen „kärnten.museum“ firmiert, ab 2027 eine eigene Dauerausstellung. Schon jetzt gilt sie als zukünftiger Publikumsmagnet.
Bis dahin bleibt die Statue eines Drachen auf dem Marktplatz das Wahrzeichen der Stadt. Da der aber weniger furchteinflößend aussieht als die anderen Vertreter seiner Art, wird er von den Einheimischen liebevoll als „der Lindwurm“ bezeichnet. Viel gefährlicher als der Drache ist das Wörtherseemandl, ein Gnom, der die Stadt unter Wasser setzte und so den Wörthersee schuf. Die Sage erzählt, dass die Menschen selbstsüchtig und arrogant geworden waren und ihren Glauben verloren hatten.
Der "Lindwurm" ist das Wahrzeichen von Klagenfurt.
Als das Männchen sie zur Weihnachtsmesse rief, lachten sie es nur aus. Ähnlich wie Gott in der Bibel bestrafte es die Ungläubigen und ließ eine Sintflut losbrechen. Um das Wörtherseemandl für alle Zeiten zu besänftigen, hat man eine Bronzestatue von ihm aufgestellt – sie steht am Brunnen in der Kramergasse.
Stadt der Literatur
Klagenfurt ist auch eine Stadt der Literatur. Jährlich wird hier der Ingeborg-Bachmann-Preis verliehen, benannt nach der weltberühmten, hier geborenen Schriftstellerin. Auch Robert Musil, dessen Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ zu den wichtigsten Büchern des 20. Jahrhunderts zählt, stammt aus der Stadt am Ostufer des Wörthersees. An beide erinnert ein Museum. Ob Ingeborg Bachmann je im Schlosshotel in Velden übernachtete, ist nicht überliefert. Eine Gemeinsamkeit hat sie mit Roy Black aber auf jeden Fall: Wie seine Büste wurde auch ihre mehrfach gestohlen.
Rasso Knoller genoss das Panorama am Wörthersee
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