Seefeld in Tirol bietet winterliche Entspannung mit Blick auf die Zugspitze

Hoch aufs Plateau

Veröffentlicht am 03.02.2026 | 2 Minuten Lesedauer

Schneebedecktes Landschafsbild von der Hochebene von Seefeld. Abgebildet sind Bäume, Häuser und im Hintergrund sind Berge zu sehen.
Weiße Winterpracht auf der Hochebene von Seefeld. Fotos: Rasso Knoller

Winterwandern liegt im Trend. Outdoorerlebnisse für alle, die nicht auf Skiern stehen wollen oder können, werden in Zeiten des Klimawandels als Alternative immer beliebter. In Seefeld in Tirol spazieren die Gäste auf geräumten, gut ausgeschilderten Wegen durch die verschneite Natur Österreichs. Und wenn das Wetter zu schlecht zum Wandern ist, gibt es genügend anderes zu tun.

Der Schnee taucht die Landschaft in ein weißes Gewand, die Wintersonne scheint auf die Wanderinnen und Wanderer und lässt alles freudig glitzern. Viele Wege beginnen direkt vor dem Hotel oder sind nur eine kurze – und kostenlose – Busfahrt entfernt. Kein Wunder: Bei mehr als 140 Kilometern präparierten und beschilderten Winterwanderwegen ist der nächste Einstieg nie weit.

Weil die Strecken perfekt ausgeschildert sind und täglich geräumt werden, wurde die Region Seefeld zusammen mit den Nachbargemeinden Leutasch, Mösern, Reith und Scharnitz als Österreichs Wanderdörfer ausgezeichnet. Allesamt liegen sie auf 1.200 Metern auf einem sonnigen Hochplateau, eingebettet zwischen Karwendel- und Wettersteingebirge.

Die Pfarrkirche von Oberleutasch mit ihrer charakteristischen Dachform ist ein beliebtes Fotomotiv.

Räuchern gegen böse Geister

Wer seinen Urlaub mit einem Räucherkurs bei Sigrid Pichler in Leutasch beginnt, kann sicher sein, dass der Aufenthalt unter einem guten Stern steht. Bei der Mentaltrainerin lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nämlich, wie sie schlechte Stimmungen vertreiben können. „Mit Drachenblut, dem Harz des Drachenbaums, reinigt man die Umgebung von negativer Energie“, erklärt sie. Wem das zu esoterisch ist, der findet vielleicht beim Streicheln von Hochlandrindern Entspannung. Auf dem Zottlhof – hier ist der Name Programm – erzählt Regina Wolf Wissenswertes über die freundlichen Kühe. Wer will, kann auch beim Füttern helfen. Sonne pur mit Zugspitzblick genießen die Gäste draußen beim Winterpicknick rund um die Feuerschale.

Die Forellen des Kaisers

Im Weidachsee lassen Anglerinnen und Angler die Rute zu Wasser, im Winter kann hier auf dem zugefrorenen See sogar Eisangeln betrieben werden. Wer nicht auf den großen Fang warten will, macht es wie der habsburgische Kaiser Maximilian I. und kauft den Fisch. Der Monarch, der im 15. und 16. Jahrhundert regierte, liebte die Forellen und Saiblinge aus dem See so sehr, dass er sie täglich fangfrisch liefern ließ.

Angelfans am Weidachsee: Hier haben sie das ganze Jahr über die Möglichkeit ihrem Hobby nachzugehen.

Damit die Fische lebend in seinem Jagdschloss bei Innsbruck ankamen, erfand er spezielle Tragefässer. Ein Exemplar dieser königlichen Innovation ist im Kulturhaus Ganghofermuseum in Leutasch ausgestellt. Der bayerische Heimatschriftsteller Ludwig Ganghofer, einst ein literarischer Megastar, besaß in Seefeld eine Jagdhütte. Museumsleiter Robert Krug erzählt, dass Ganghofers Jagdsitz im Gaistal bald zum Treffpunkt prominenter Gäste wurde: Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal, Komponist Richard Strauss, Dirigent Bruno Walter und Maler Franz von Stuck waren regelmäßige Gäste.

Im ersten Stock des Museums können Besucherinnen und Besucher dem Schnitzer Hermann Klocker über die Schulter schauen. Seine Werke stehen auch zum Verkauf. Die Schnitzerei sei sein Hobby, erklärt der Pensionär. „Ich habe gut verdient und muss nicht davon leben.“ Doch verschenken würde er nichts. „Meine Schnitzereien haben ihren Wert und die Bezahlung zeigt den Respekt für meine Arbeit.“

Draußen vor dem Museum führt ein Wanderweg vorbei, der in wenigen Minuten zum Schießstand der Skischule Leutasch führt. Dort liegen ein paar Touristinnen und Touristen mit Gewehr im Schnee. Sie haben ein Biathlon-Schnuppertraining gebucht und für einen Moment die Wanderschuhe gegen Langlaufski getauscht.

Rasso Knoller genoss die winterliche Atmosphäre in der Region Seefeld

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