Die letzten Strahlen des Tageslichts fallen auf die Strohdächer der Hütten des Aphrodite Family Eco Campings. Die spitz zulaufenden Häuschen bilden eine malerische Kulisse vor dem Farbenspiel der untergehenden Sonne, die als glühender Ball langsam am Horizont verschwindet. Auf den kleinen Terrassen der Unterkünfte haben Touristinnen und Touristen einen Logenplatz für das abendliche Naturschauspiel. Vögel zwitschern in den Bäumen und die Grillen stimmen sich auf das gemeinsame Konzert ein. Es sind diese kleinen Momente der Glückseligkeit, die zählen – jetzt könnte die Zeit stillstehen. Doch das würde dem funkelnden Sternenhimmel nicht gerecht werden, der sich mit der hereinbrechenden Nacht ankündigt. Lichtverschmutzung gibt es hier, am Rande des Akamas Nationalparks im Westen Zyperns, nicht.
Weiße Strände, türkisblaues Wasser und viel Geschichte auf Zypern genießen
Göttlicher Jungbrunnen
Veröffentlicht am 17.06.2026 | 3 Minuten Lesedauer
Zypern ist die drittgrößte Insel im Mittelmeer. Dank ihres milden Klimas ist das Baden bis in den November möglich. Neben abwechslungsreichen Stränden ist die Insel reich an Geschichte und landschaftlicher Vielfalt. Beim Glamping – einer gehobenen Art des Campings – auf der Akamas Halbinsel begleitet die Gäste inmitten der Natur das Rauschen des Meeres in den Schlaf.
Auf der Akamas Halbinsel gibt es beim Glamping die freie Sicht auf den Sonnenuntergang gratis dazu.
Spektakuläre Küsten
Das Naturschutzgebiet beeindruckt durch seine wilde und teilweise noch unberührte Natur. Statt Bettenburgen gibt es steile Klippen, tiefe Schluchten, grüne Pinienwälder und einsame Buchten. Die Gegend ist ideal zum Wandern. Dazu eignen sich beispielsweise der Adonis- oder der Aphrodite-Pfad, die beide gut ausgeschildert sind. Auch Wassersport ist möglich. Mit Kajaks geht es übers Wasser zu Buchten, die durch ihre glitzernden Blau- und Grüntöne bestechen und fast schon etwas „Göttliches“ haben. Kein Wunder, denn der griechischen Sage nach soll Aphrodite hier gebadet haben. Wer im Quellwasser der Aphrodite ein Bad nimmt, soll ewige Jugend erlangen – und so ein Jungbrunnen kann schließlich nie schaden! Tiefblau leuchtet das Meer in der „Blue Lagoon“. Hier ist das Wasser besonders flach, glasklar schimmert es in strahlenden Farben. Teilweise sind die Einstiege etwas felsig, aber die Kletterei lohnt sich.
Schutz für Meeresschildkröten
Am Lara Beach schlüpfen von Juli bis September Schildkröten. Im Schutzgebiet leben Grüne Meeresschildkröten und Unechte Karettschildkröten, deren Nester mit Drahtgitter gesichert werden. In der Lara Bay Turtle Conservation Station gibt es Informationen zu den vom Aussterben bedrohten Reptilien. Ganz in der Nähe liegt die Hafenstadt Latsi mit netten Fischtavernen. Das benachbarte Pólis war zu Zeiten der britischen Verwaltung als Piratenhochburg bekannt. Rund 100 Jahre später, in den 1970er-Jahren, kamen vor allem ausgewählte Reisende aus der damaligen DDR hierher, denn die dortige staatliche Fluggesellschaft bot zu einem relativ günstigen Preis Flüge an. Heute gibt es dort nette Straßencafés und Bars.
Antike Königsgräber
In der Nähe des Flughafens liegt Paphos. Entlang der Strandpromenade gelangen Reisende zu den Königsgräbern von Nea Paphos, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Sie sind Teil des archäologischen Parks von Kato Pafos (Paphos), einer der wichtigsten archäologischen Ausgrabungsstätten Zyperns. Die Überreste der unterirdischen Gräber, die in den Felsen gehauen wurden, stammen aus der hellenistischen und frühen römischen Epoche. Es sind zwar keine Königsgräber, auch wenn sie so heißen, aber Ruhestätten hochrangiger Amtsträger und Aristokraten. Teilweise ahmen die Gräber die Häuser der Lebenden nach und ähneln Ruhestätten, wie sie im ägyptischen Alexandria gefunden wurden.
Einzigartige Orte
Auch ein Besuch der Hauptstadt Nikosia lohnt sich. Es ist die einzige geteilte Hauptstadt der Welt. Mit der Invasion der Türken 1974 auf die Republik Zypern, die bei einem Putschversuch an Griechenland angeschlossen werden sollte, ist der Norden ein Teil der Türkei geworden. Über die griechischen und türkischen Grenzposten des Ledra Street Crossing Points in Nikosia gelangt man in den türkischen Teil, der von Moscheen, Basaren und Märkten geprägt ist. Der griechische Stadtteil besticht durch seine Kontraste, denn hier existiert historisches Flair neben moderner europäischer Atmosphäre und einer kulturellen Vielfalt.
Blick auf den türkischen Teil von Nikosia vom Shacolas Tower Museum & Observatory.
Weiter geht es nach Famagusta, genauer gesagt ins Viertel Varosha, das heute vollständig verlassen ist. In den 1970er-Jahren war hier ein weltbekannter Badeort, in dem sich Stars wie Sophia Loren, Richard Burton, Elizabeth Taylor und Brigitte Bardot trafen. Das Golden Sands Hotel soll das erste inoffizielle „Sieben-Sterne-Hotel“ der Welt gewesen sein. Nach kaum einem Jahr voller Glanz und Glamour wurde es durch die militärische Offensive quasi über Nacht zur Geisterherberge. Das Viertel ist heute ein riesiger „lost place“ (deutsch: verlassener Ort).
Annette Frühauf schaute sich auf Zypern um
Das könnte auch interessant sein