Wandergenuss ohne Höhenmeter

Gemütlicher Marsch durch Dänemark

Veröffentlicht am 18.11.2025 | 3 Minuten Lesedauer

Zu sehen ist der Fluss Vida, der häufiger Begleiter des Marschpfads ist, entlang von Getreidefeldern und Wiesen.
Der Fluss Vidå ist häufiger Begleiter entlang des Marschpfads. Fotos: Dagmar Krappe

Immer den Fluss entlang: Tøndermarsken ist das größte Marschgebiet Dänemarks. Am besten erwandern lässt sich die Region Südjütlands auf dem 54 Kilometer langen Marschpfad, dem „Marskstien“. Hier geht es gemächlich zu: Die Landschaft breitet sich flach vor den Besucherinnen und Besuchern aus. Ganz ohne Höhenmeter können sie hier die Natur genießen. Perfekt, um abzuschalten.

Wie ein riesiges Zeltdach erstreckt sich der blassblaue Himmel über der Landschaft. Der Blick reicht weit über saftig-grüne Wiesen, Deiche, den Fluss Vidå (deutsch: Wiedau) und schmale Kanäle. Ein kräftiger, aber lauer Südwestwind schiebt hin und wieder weiße und graue Wolken vor die Sonne. Braun- und schwarz-weiß gescheckte Kühe beäugen neugierig von ihren Wiesen aus die Wanderinnen und Wanderer. Die zotteligen Schafe lassen sich beim emsigen Fressen nicht stören.

Seit 2019 ist es möglich, die Kulturlandschaft auf dem 54 Kilometer langen „Marskstien“ zu durchwandern. Der Startpunkt ist frei wählbar, denn der Marschpfad umrundet das gesamte Gebiet und passiert die Orte Tønder, Møgeltønder, Højer, Nørremølle und Rudbøl. Erschaffen wurde die Landschaft vom Meer. Auch wenn sie wild und natürlich erscheint, wurde sie durch Deiche, Schleusen und Entwässerungskanäle von Menschen geformt.

Die Mühle von Højer war von 1857 bis 1972 als Kornmühle in Betrieb. Heute ist sie ein Museum.

Schutz vor Sturmfluten

Die Tour beginnt und endet im 7.500 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Städtchen Tønder am Fluss Vidå, der das Marschland bis zur Nordsee durchquert. Ausgeschildert ist die Route mit einem weißen Wanderer auf blauem Grund. Mehrere Meeresdeiche wurden zwischen 1556 und 1982 errichtet. Das Ziel war es, mehr landwirtschaftliche Fläche zu schaffen und diese sowie die anliegenden Orte vor Sturmfluten aus der Nordsee zu schützen. „Die Entwässerung des Geländes, um den Boden intensiver nutzen zu können, begann erst Ende der 1920er-Jahre“, erläutert Naturführer Bo Tonnesen. „Man schuf Flussdeiche, Kanäle sowie vier Schöpfwerke, die den Wasserstand der Marsch regulieren.“ Auf einem dieser Flussdeiche windet sich der „Marskstien“ entlang der Vidå weiter Richtung Rudbøl, dem ersten Etappenziel.

Von Büschen geschützt liegt das einstige Wohnhaus „Utenwarf“ des expressionistischen Malers Emil Nolde am Wegesrand. Zehn Jahre lang genossen er und seine dänische Frau Ada hier bis 1926 die Sommer. Da die Behörden sein aufwendig erarbeitetes Drainagekonzept für die Gegend ablehnten, siedelte das Ehepaar kurz hinter die Grenze nach Deutschland um. Auf der Warft Seebüll bei Neukirchen entwarf es Wohnhaus, Atelier und einen blumenreichen Garten. Seit 1957 werden im „Nolde Museum Seebüll“ jährlich wechselnde Ausstellungen gezeigt.

Der Maler wurde 1867 als Hans Emil Hansen im rund 20 Kilometer entfernten Dorf Nolde geboren, nach dem er sich später benannte. Seit dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 gehörte die Region zu Preußen. Nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg sollte die Grenze neu gezogen werden. 1920 gab es deshalb eine Volksabstimmung. Südschleswig blieb bei Deutschland. In Nordschleswig (oder Südjütland) votierte der überwiegende Teil der Bevölkerung für Dänemark. Auch Nolde tat dies.

Am nächsten Morgen der Reise auf dem „Marskstien“ wartet die zweite Etappe. Die Strecke schlängelt sich zunächst weiter entlang der Vidå. Auf dem Seedeich von 1861 gelangen Wanderlustige zur Schleuse Højer, die im Zuge des Deichbaus entstand. Da der Deich 120 Jahre später nicht mehr ausreichte, um das Landesinnere vor Sturmfluten zu schützen, wurde vorgelagert der Deutsch-Dänische Deich mit der Vidå-Schleuse konzipiert, durch die sich der Fluss bei Ebbe ins Wattenmeer ergießt.

Ein Schloss und viele Stühle

Von Højer zurück nach Tønder führt der Marschpfad anfangs zwischen Getreidefeldern und Wiesen hindurch und an kleinen Teichen vorbei. Gepflegte Bauernhöfe dominieren das Bild. Die mit Kopfsteinen gepflasterte und mit roten Backsteinhäuschen gesäumte „Slotsgade“ verbindet Kirche und Schloss Schackenborg in Møgeltønder. „Im Mittelalter gab es ein Dorf und eine Burg“, informiert Gästeführerin Sylvia Jensen beim Rundgang durch Säle und Räume: „Für seine Verdienste im Dänisch-Schwedischen Krieg, der 1660 mit dem Sieg Dänemarks endete, erhielt Reichsfeldherr Hans Schack von König Frederik III. das Anwesen. Er ließ die Burg abreißen und das barocke Schloss errichten.“

Das Barockschloss Schackenborg im pittoresken Møgeltønder ließ Reichsfeldherr Hans Schack ab 1662 errichten.

Am Horizont taucht die Silhouette von Tønder auf. Dort sind noch Bürger- und Kaufmannshäuser aus der Zeit erhalten, als mit Viehhandel und geklöppelten Spitzen gute Einnahmen erzielt wurden. Zum Tønder-Museum gehört ein stillgelegter Wasserturm. Auf acht Etagen ist Hans J. Wegner eine Stuhlausstellung gewidmet. Der gelernte Tischler und Designer entwarf Stühle, Tische, Regale, Sofas, Betten, Lampen, Straßenlaternen und vieles mehr. Einiges davon wird nach wie vor produziert. Die insgesamt 36 Stühle sind nicht in Vitrinen ausgestellt, sondern können von Besucherinnen und Besuchern ausprobiert werden. Vom obersten Stockwerk des Turms haben Ausflügler einen wunderschönen Ausblick über die weite, grüne Tønder-Marsch. Und tief unten plätschert gemächlich die Vidå.

Dagmar Krappe genoss die Natur in Dänemark

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