„Man sollte das nicht zerreden, wir alle freuen uns auf das neue Stadion und es ist das deutlichste Signal der Weiterentwicklung unseres gesamten Traditionsvereins. Sicherlich könnte die Atmosphäre etwas gedämpft sein, das hält uns aber ganz sicher nicht davon ab, guten Fußball zu spielen. Wir wollen mit unserer Spielweise elektrisieren und unsere begeisterungsfähigen Fans von Beginn an mitnehmen. Das Argument Baustelle ist für uns als Ausrede nicht tragfähig. Der SV Elversberg gelang zuletzt während des Stadionumbaus sogar der Bundesliga-Aufstieg“, betont Rebbe.
Die Fußball-Fans freuen sich schon
Saisonstart für die Störche
Veröffentlicht am 03.08.2026 | 4 Minuten Lesedauer
Fußball-Zweitligist Holstein Kiel startet am kommenden Sonnabend in Darmstadt (Anstoß 13 Uhr) nach einer intensiven Vorbereitung in die Zweitliga-Saison 2026/27
Erst zwei Spieltage vor Schluss konnte der Kieler Traditionsverein in der vergangenen Saison den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga unter Dach und Fach bringen. Noch einmal möchte man so eine Zittersaison im Storchennest nicht erleben. An Qualität wird das Bundesliga-Unterhaus mit Sicherheit nicht eingebüßt haben. Sowohl die drei Erstliga-Absteiger Wolfsburg, Heidenheim und St. Pauli als auch die beiden „ekligen“ Aufsteiger Energie Cottbus und VfL Osnabrück dürften die Intensität hochhalten.
Der bekannte TV-Experte Simon Terodde sieht Kiel im Haifischbecken 2. Bundesliga schon jetzt zu Höherem berufen. „Holstein ist ein Verein, der oben anklopfen kann“, so Terodde vor dem Start. Garant dafür ist für den Rekordtorjäger der Zweiten Liga der erfahrene Trainer Tim Walter. „Walter will aufsteigen“, so Terodde. Bei den Kielern zeigt man sich indes etwas zurückhaltender. Nach den letzten beiden Härtetests gegen die Bundesligisten FSV Mainz 05 (0:3) und TSG Hoffenheim (1:3) freut man sich bei den Störchen erst einmal darauf, dass es überhaupt los geht. „Endlich geht es wieder um Punkte und Tore“, so Sportchef Olaf Rebbe. Bei Holstein Kiel herrscht rund um den begonnenen Stadionneubau Aufbruchstimmung.
Vorfreude bei Rebbe
„Wir sind nach der abgelaufenen Spielzeit durchaus demütig und arbeiten daran, eine bessere Saison hinzulegen. Wir gehen sehr ambitioniert an die Herausforderungen heran und peilen einen einstelligen Tabellenplatz an. Dass sich unsere Mannschaft mit den zahlreichen Neuzugängen weiter finden und auch in der Liga akklimatisieren muss, das haben wir mit vielen Konkurrenten gemeinsam“, so Olaf Rebbe, dem die Vorfreude in den letzten Tagen deutlich anzumerken war.
Baustelle Holstein-Stadion
Dass die Kieler Störche ihre Heimspiele in den kommenden Jahren auf einer Baustelle austragen müssen, sieht Rebbe nicht unbedingt als Nachteil:
Das provisorische Flutlicht im Bereich der abgerissenen Nordtribüne des Holstein Stadions.
Top-Favorit Wolfsburg
Für viele läuft das Titelrennen in der neuen Zweitliga-Saison einzig und allein über Absteiger und Ligakrösus VfL Wolfsburg. Die Wölfe kehren nach 29 Jahren in die Zweitklassigkeit zurück und wollen mit namhaften Neuzugängen sowie einem Rekordetat mit aller Macht zurück ins Fußball-Oberhaus. „Mit Wolfsburg ist meiner Meinung nach bereits ein Aufstiegsplatz vergeben. Die toppen wirtschaftlich derzeit alles, so etwas gab es im deutschen Zweitliga-Fußball noch nie", sagt Rebbe respektvoll. Dahinter sieht der 48-Jährige mit den beiden Mitabsteigern 1. FC Heidenheim und FC St. Pauli sowie Hannover 96 ein starkes Verfolgerfeld. „Für eine Überraschung könnte diesmal Dynamo Dresden sorgen“, prognostiziert Rebbe darüber hinaus ein Wiedererstarken des ostdeutschen Kultclubs.
Die neuen Störche
Das Kieler Publikum ist vor diesem Hintergrund sehr gespannt, wie sich die neu formierten Störche um Neuzugänge wie den Argentinier Guillermo Balzi (24), den georgischen Nationalspieler Giorgi Kvilitaia (32) und die beiden Japaner Hiroki Sekine (23) und Taisai Abe (22) präsentieren werden.
Der argentinische Neuzugang Guillermo Balzi im Test gegen den Bundesligisten Mainz 05.
Spannend auch die Frage, wer am ersten Spieltag in Darmstadt zwischen den Pfosten stehen wird. Der 2024er-Aufstiegsheld Timon Weiner (27) lieferte sich in der Vorbereitung ein spannendes Duell mit Junioren-Nationaltorhüter Lio Rotenhagen (19). Aber auch junge und hoch talentierte Spieler wie Ben Schmitt (19) oder Tayar Tasdelen (20) könnten im Laufe der Saison für Farbtupfer sorgen.
Ob der umworbene schwedische Nationalstürmer Alexander Bernhardsson seinen bis 2027 laufenden Vertrag an der Förde erfüllen wird, werden die kommenden Wochen zeigen. Seine Auftritte bei der Fußball-WM haben Begehrlichkeiten geweckt. Unabhängig von der Entwicklung rund um den Schweden halten die Störche weiterhin die Augen offen. Bis zum 1. September haben die Zweitligisten noch Zeit, den Transfermarkt zu sondieren und eventuelle Anpassungen vorzunehmen.
Eine starke Partnerschaft
Die Unterstützung seitens der Kieler Fans ist derweil weiter ungebrochen. Und auch wirtschaftlich zeigen sich die Störche stabil. Ein Indiz dafür: erst Anfang Juli wurde die seit mehr als einem Vierteljahrhundert bestehende Partnerschaft zwischen der KSV Holstein und der LOTTO Schleswig-Holstein GmbH & Co. KG verlängert. Beide Partner stehen für Engagement, Tradition und Beständigkeit. „Wir freuen uns, die vertrauensvolle Zusammenarbeit fortsetzen zu können und stehen weiterhin fest an der Seite des Vereins“, meint Jessica Witthaus zufrieden, Geschäftsführerin von LOTTO Schleswig-Holstein.
Patrick Nawe
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