Musiker Rea Garvey über eine besondere Reise und harte Arbeit
„Mein Glas ist immer halb voll“
Veröffentlicht am 23.06.2026
Mit 25 Jahren wanderte er von Irland nach Deutschland aus, um als Musiker durchzustarten. Als Frontmann der Band Reamonn gelang Rea Garvey (53) kurze Zeit später der Durchbruch. Heute ist er erfolgreich Solo unterwegs. Für die ZDF-Sendung „Song Trip“ war der Sänger im Norden Finnlands und hat dort mit der Musikerin Hildá Länsman vom Volk der Sami seinen Hit „Halo“ neu aufgenommen.
Hatten Sie vorab eine Idee, was Sie in Nordfinnland musikalisch und kulturell erwartet?
Rea Garvey
Nein und ich habe mich auch gar nicht informiert (lacht). Ich bin bei allem im Leben zu 150 Prozent enthusiastisch, aber null vorbereitet. Ich liebe es, spontan zu sein. Ich wollte nicht, dass das Internet mir sagt, wer die Sami sind oder was sie ausmacht, das habe ich lieber selbst entdecken wollen.
War Ihnen bei so einer Reise ins Unbekannte nicht mulmig?
Rea Garvey
Nein, denn ich vertraue dem Leben an sich. Wenn ich mir vorher überlege, wie etwas werden könnte, beeinflusse ich schon meine Reaktion darauf. Ich habe es geliebt, mich mit einem ganz freien Kopf auf alles einzulassen und nicht zu wissen, was als Nächstes passiert.
Wie war es, sich der Lebensweise der Sami und ihrer Kultur über die Musik anzunähern?
Rea Garvey
Ich habe schnell verstanden, dass Hildá zunächst nicht ganz so offen für das Projekt war wie ich. Ich habe ihr und ihrem Produzenten komplett freie Hand für die Interpretation meines Songs gelassen. Durch mein Vertrauen in sie ist das Eis dann gebrochen. Mit meiner Stiftung „SAVING AN ANGEL“ bin ich seit 25 Jahren überall auf der Welt unterwegs und habe dabei gelernt, wann es angebracht ist, eine Meinung zu haben und wann ich lieber erst einmal Dinge aufnehme. Das hat mir in Finnland geholfen und daraus ist eine wunderbare Version von „Halo“ entstanden.
Auf ein großes Abenteuer haben Sie sich auch eingelassen, als Sie 1998 alleine von Irland nach Deutschland gekommen sind. Wie war es, hier Fuß zu fassen?
Rea Garvey
Ich habe mich direkt wohl gefühlt, aber ich war natürlich auch sehr beschäftigt, weil ich hart daran gearbeitet habe, in Deutschland als Musiker Erfolg zu haben. Ich bin gleich nach dem Studium in Irland mit der Gitarre nach Deutschland, weil ich immer daran geglaubt habe, mir hier als Musiker ein Leben aufbauen zu können.
Sie haben Ihre Bandkollegen von Reamonn über eine Zeitungsannonce kennengelernt. Ihre erste Single „Supergirl“ war dann direkt ein Megahit. Ein echter Glückstreffer, oder?
Rea Garvey
Ich glaube nicht an Zufall, sondern an harte Arbeit und habe immer die Hoffnung, dafür belohnt zu werden. Ich hatte eine schöne Kindheit mit tollen Eltern und sieben Schwestern. Ich habe meine Heimat verlassen, um meinen Traum zu leben. Ich habe hier meine Frau kennengelernt, die aus Rumänien nach Deutschland geflüchtet ist. Das sind für mich alles keine Zufälle, sondern etwas viel Größeres. Ich führe ein glückliches Leben.
Was macht das für Sie aus?
Rea Garvey
Dass es mir so gut geht, empfinde ich als gläubiger Mensch als absoluten Segen, für den ich unendlich dankbar bin. Mein Glas ist immer halb voll und ich glaube, dass dadurch ein gewisser Magnetismus entsteht, durch den gute Dinge weitere gute Dinge anziehen.
Deborah Bechstedt dankt für das inspirierende Gespräch
Die „Song Trip“-Folge mit Rea Garvey ist ab Montag, 29. Juni, zum Streamen verfügbar und läuft am Freitag, 24. Juli, um 23:30 Uhr im ZDF. Alle Infos zur kommenden Tour unter reagarvey.com.
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