Seit seinem Wechsel 2023 von Tottenham Hotspur zu den Bayern wurde Harry Kane (33) jede Saison Torschützenkönig und erzielte dabei 98 Treffer. Gegen keinen Gegner traf der Engländer in der 1. Bundesliga öfter als gegen den VfB Stuttgart. Zehn Liga-Tore glückten Harry Kane bereits gegen die Schwaben, die bei der Saisoneröffnung am Freitag, 28. August, an der Isar gastieren.
Ex-Freiburger Nils Petersen gibt einen Ausblick auf die Bundesliga-Saison
„Haben genug gute Fußballer“
Veröffentlicht am 18.08.2026 | 4 Minuten Lesedauer
Nur eine Niederlage musste der FC Bayern in der vergangenen Saison einstecken. Die Meisterschaft ist für die Münchener jedes Jahr Pflicht. Auch in die neue Saison geht das Team von Trainer Vincent Kompany (40) als haushoher Favorit. Spannender wird wahrscheinlich die Frage, wer hinter dem FCB die Plätze fürs internationale Geschäft belegt.
Harry Kane freut sich auf den VfB Stuttgart. Gegen kein anderes Team traf er in der Bundesliga öfter.
Der 37-jährige Nils Petersen hält sich nach dem Ende seiner Profi-Karriere beim Schwarzwälder Kreisligisten SF Oberried II fit: „Ich bin weiterhin gewillt, so gut es geht am Ball zu bleiben – im wahrsten Sinne des Wortes.“ Die Bayern sind auch sein Top-Favorit auf den Meistertitel: „Dieses Tempo kann keine andere Mannschaft dieser Liga auf Strecke mitgehen. Zumindest wäre das eine faustdicke Überraschung.“
Hinter den Bayern, deren Trikot er in der Saison 2011/12 trug, räumt Nils Petersen den südwestlichen Klubs gute Chancen auf die Qualifikation für das internationale Geschäft ein: „Dortmund und Stuttgart sehe ich weit vorne. Leverkusen und Leipzig müssen sich erst mit ihren neuen Trainern beweisen, können es aber auch schaffen. Frankfurt, Freiburg und Hoffenheim werden sich um die Plätze dahinter bemühen.“
Das Herz des Vollblut-Stürmers, der in 295 Bundesliga-Spielen 89 Treffer für Cottbus, München, Bremen und Freiburg erzielte, schlägt natürlich vor allem für die Breisgauer, für die er von 2015 bis 2023 die Fußballschuhe schnürte: „Der SCF wurde von Jahr zu Jahr immer stabiler. Ob er eine noch bessere Platzierung erreichen kann, wage ich Stand heute zu bezweifeln, auch wenn ich mich natürlich sehr freuen würde.“ Beim Finale der Europa League in Istanbul war Nils Petersen als Freiburg-Fan dabei. „Ich will ehrlich sein und weiß nicht, ob der SC so etwas in den nächsten Jahren noch einmal schafft. Dieses Logo in einem Finale im Stadion als Fahne hängen zu sehen, hat mich echt mit Stolz erfüllt.“
Die Top-Transfers der Liga
Vor der Saison musste Freiburg erneut Leistungsträger abgeben. Unter anderem wechselte der offensive Mittelfeldspieler Johan Manzambi (20) für 60 Millionen Euro in die englische Premier League zu Aston Villa. Auch andere Klubs ließen Stars für viel Geld ins Ausland ziehen. RB Leipzig kassierte für den 19-jährigen Ivorer Yan Diomande 125 Millionen Euro Ablöse von Real Madrid, 22 Millionen Euro blätterte der FC Barcelona für den Dortmunder Karim Adeyemi (24) auf den Tisch.
Nils Petersen hätte gerne auch andere Spieler noch weiter in der Bundesliga gesehen: „Leon Goretzka, Julian Brandt oder Niklas Süle waren die letzten Jahre Eckpfeiler und Gesichter der Bundesliga. Sie werden mir fehlen.“ Der Vertrag von Leon Goretzka (31) beim FC Bayern ist ausgelaufen, ein neuer Arbeitgeber noch nicht gefunden. Der ehemalige Dortmunder Julian Brandt (30) wechselte in die Niederlande zu Ajax Amsterdam und sein bisheriger Vereinskamerad Niklas Süle (30) will nach dem Ende seiner Profikarriere beim SV 1946 Tiefenbach in der Kreisliga Sinsheim spielen.
Die größten Ausgaben tätigten standesgemäß die Bayern, die für eine Ablöse von je 50 Millionen Euro Nathaniel Brown (23) von Eintracht Frankfurt und Ismael Saibari (25) vom PSV Eindhoven holten. Die anderen Vereine waren bisher sparsamer, doch das Transferfenster ist bis Dienstag, 1. September, geöffnet.
Aufsteiger gefährdet
In der Bundesliga wird 2026/27 eine Drei-Klassen-Gesellschaft erwartet. Im oberen Tabellendrittel kämpfen München, Dortmund, Stuttgart, Leipzig, Leverkusen, Frankfurt, Freiburg und Hoffenheim um die sechs internationalen Plätze. Dahinter sollten Augsburg, Union Berlin, Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach frühzeitig ausreichend Punkte für den Klassenerhalt sammeln können. Der Hamburger SV, der 1. FC Köln und Werder Bremen, die zuletzt die Ränge 13 bis 15 belegten, werden erneut in dieser Tabellenregion vermutet.
Zu den Abstiegskandidaten zählen die drei Aufsteiger. Die besten Chancen auf den Klassenerhalt werden dem FC Schalke 04 eingeräumt. Für den SC Paderborn, der bei seinen Gastspielen in der 1. Bundesliga jeweils als Schlusslicht wieder direkt abstieg, und die SV 07 Elversberg wäre der Klassenerhalt eine Sensation. Die Saarländer sind der einzige echte Neuling im deutschen Fußball-Oberhaus und schreiben Vereinsgeschichte.
Wollen mit dem FC Schalke 04 den Klassenerhalt schaffen (v. li.): Kenan Karaman (32), Edin Džeko (40) und Timo Becker (29).
Persönlichkeiten gesucht
Dass sich der schwache Auftritt der Nationalelf bei der WM 2026 auf die Attraktivität der Bundesliga auswirkt, glaubt Nils Petersen nicht. Änderungen erhofft sich der Edel-Joker schon: „Wir müssen wieder ekliger, galliger, besessener werden. Und Persönlichkeiten mit Format herausbilden, die Verantwortung übernehmen, an denen sich junge Spieler hochziehen und orientieren können. Gute Fußballer haben wir genug!“
Paul Herbinger freut sich auf den Bundesliga-Start
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