Städteschwerpunkt Stockholm

Das Schleswig-Holstein Musik Festival 2026

Veröffentlicht am 27.02.2026 | 4 Minuten Lesedauer

Dr. Kuhnt trägt ein schwarzes Sakko, darunter ein weißes Hemd. Außerdem ist er Brillenträger und hat kurzes Haar.
Dr. Christian Kuhnt, Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festival. Foto: Benne Ochs

Vom 4. Juli bis 30. August 2026 findet die 41. Ausgabe des Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) statt und verwandelt Schlösser und Herrenhäuser, Scheunen und Kirchen, Werften und Industriehallen im Norden wieder in atmosphärische Bühnen. Ein Gespräch mit Festivalintendant Dr. Christian Kuhnt über den Städteschwerpunkt Stockholm, die Porträtkünstlerin Ksenija Sidorova und das Auflösen von Genres.

Lieber Dr. Christian Kuhnt, in diesem Jahr ist die Wahl des Städteschwerpunkts auf Stockholm gefallen. Wie würden Sie den Klang der Stadt beschreiben?

Stockholm klingt bunter und internationaler, als viele denken. Die Stadt zeigt eindrucksvoll, dass Kultur dann besonders originell ist, wenn verschiedene Einflüsse einander inspirieren. Schon im 17. Jahrhundert holte Königin Kristina unter anderem viele italienische und deutsche Komponisten nach Stockholm und förderte den internationalen Austausch in der Musik. Diese Offenheit von Stockholm als Zentrum für Kreativität zieht sich in der Popmusik durch – mit Bands wie ABBA oder Roxette.

Per Gessle, Gründer der Band, trägt eine schwarze Lederjacke und darunter ein schwarzes T-Shirt, die Sängerin Lena Philipsson ist auch in schwarz gekleidet.
Foto: Etoall

Roxette spielt am Samstag, 18. Juli, in Kiel.

Beim Istanbul-Schwerpunkt im letzten Sommer konnte das Publikum ganz viel neue Musik kennenlernen. Auf welche Entdeckungen sind Sie und Ihr Team in Stockholm gestoßen?

Zunächst einmal hat uns die historische Verbindung zu Schleswig-Holstein überrascht, zum Beispiel wurde Adolf Friedrich, König von Schweden in der Mitte des 18. Jahrhunderts, in Gottorf geboren. Musikalisch beeindruckte uns die Bedeutung von Johan Helmich Roman. Er komponierte im 18. Jahrhundert die »Drottningholmsmusiken«, die in Schweden ähnlich bedeutsam wie die »Wassermusik« von Händel in Deutschland sind. Und wir entdeckten Franz Berwald, Wilhelm Stenhammar und Allan Pettersson, deren Werke selbst in Schweden nur selten gespielt werden. Für uns ist es eine wunderbare Gelegenheit, diesen Komponisten eine Plattform zu geben – und ich glaube, wir werden uns nach dem Sommer alle erstaunt fragen, warum wir Namen wie Pettersson und seine siebte Sinfonie nicht schon eher kannten.

Ein bedeutender Musiker aus Stockholm, zu dem das Festival bereits viele Jahre eine Verbindung hat, ist der Posaunist und Sänger Nils Landgren. Er wird beim SHMF 2026 seinen 70. Geburtstag feiern. Worauf kann sich das Publikum freuen?

Auf eine wunderbare Konzertreihe ihm zu Ehren – unserem Nils, der schon lange nicht nur zu JazzBaltica gehört, sondern auch zum SHMF. Er wird in unterschiedlichen Konstellationen zu erleben sein: mit unserem Festivalorchester, mit dem Geiger Daniel Hope, mit dem Swedish Radio Choir, dem Swedish Radio Symphony Orchestra und als Dozent für einen Blechbläser-Workshop. Diese Abende zeigen seine künstlerische Bandbreite weit über den Jazz hinaus. Und natürlich wissen wir: Nils steht immer für ein familiäres Verhältnis zum Publikum.

Foto: Felix König

Nils Landgren

Kommen wir zu einer anderen sehr wichtigen Person in diesem Sommer: der Akkordeonistin Ksenija Sidorova sie wird Porträtkünstlerin 2026. Warum ist sie die ideale Wahl für diese Rolle?

Ksenija Sidorova hat eine außergewöhnliche Bühnenpräsenz, die selbst bei geschlossenen Augen spürbar ist. Als ich sie das erste Mal hörte, war ich fasziniert davon, wie sie als Musikerin mit ihrem Akkordeon den Raum füllte – auf eine Art und Weise, wie man sie nur selten erlebt. Außerdem ist sie unglaublich wandlungsfähig und liebt es, die Klangwirkung ihres Instruments in unterschiedlichen Konstellationen zu erkunden. Das Akkordeon wird immer noch oft nur mit Volksmusik assoziiert – Ksenija zeigt, wie vielseitig es sein kann.

Innerhalb ihres Porträts spielt sie 18 Konzerte. Auf welches ihrer Projekte sind Sie besonders gespannt?

Auf die Konzerte mit dem Akkordeonisten Pietro Roffi und seinen Bearbeitungen von Bachs Goldberg-Variationen im Ratzeburger und im Meldorfer Dom. Zwei Akkordeons, ein großer Kirchenraum und sonst nichts. Ksenija wird uns hier das »Orgelhafte« ihres Instruments zeigen. Darauf bin ich sehr neugierig und es passt zufälligerweise auch so wunderbar zum Akkordeon als »Instrument des Jahres 2026«.

Ksenija Sidorova sitzt auf großen Steinen am Meer. Sie trägt eine schwarze Hose und weiße Bluse. Auf ihrem linken Bein ist ihr Akkordeon.
Foto: Benne Ochs

Porträtkünstlerin Ksenija Sidorova

Mehrere Künstlerinnen und Künstler treten erstmals beim SHMF 2026 auf, u.a. Sona Jobarteh, das Duo Symbio, die Band AYOM und der Dirigent Teddy Abrams – wie finden Sie neue Namen fürs Programm?

Wir suchen aktiv und lassen uns inspirieren durch Konzertbesuche, Gespräche und Empfehlungen. Manchmal entstehen Entdeckungen auch durch ungewohnte Quellen. Zum Beispiel brachte mich mein Friseur auf den kurdisch-zazaischen Sänger Ahmet Aslan, der in seiner Musik traditionelle anatolische Klänge mit zeitgenössischen Einflüssen verbindet.

Und was muss man mitbringen, um beim SHMF zu spielen?

Neben künstlerischer Exzellenz vor allem die Bereitschaft, Brücken zum Publikum zu bauen. Der Vermittlungswille, der unsere Besucherinnen und Besucher miteinbezieht, ist uns sehr wichtig.

Der Sänger Ahmet Aslan ist ein gutes Beispiel – das SHMF ist kein Klassik- sondern ein Musikfestival. Wie gelingt es, die Vielfalt an Genres harmonisch in einem Programm zu vereinen?

Indem wir gar nicht erst in Kategorien denken. Ich führe hier gerne Mozart an: Er hat sich selbst nicht als »klassischer« Komponist gefühlt. Er war ein Musiker seiner Zeit ohne Trennung zwischen U- und E-Musik. Für uns zählt Qualität, unabhängig vom Genre. Wir laden das Publikum dazu ein, frei von Kategorien ins Konzert zu gehen und sich darauf einzulassen, was kommt. Genres beeinflussen sich seit Jahrhunderten gegenseitig – und genau davon lebt die Musik.

Abgesehen vom Stockholm-Schwerpunkt und dem Künstlerporträt: Auf welche Konzerte freuen Sie sich besonders?

Ich bin ein großer Fan der Schleswig-Holstein Proms, denn sie verbinden Vertrautes mit Neuem und sind ein idealer Einstieg in die Welt der klassischen Musik. Dieses Format macht mir unfassbar viel Spaß. Und ich freue mich auch sehr auf die Filmkonzerte zu »The Artist« mit unserem Festivalorchester. Der Film ist ein absolutes Meisterwerk und die Abende zeigen, wie flexibel und professionell unser Festivalorchester ist.

Über den Köpfen des Publikums steigen Luftballons hoch und das Orchester ist auf der Bühne zu sehen.
Foto: Christian Schaffrath

Schleswig-Holstein Proms 2025

Mit Blick auf die Spielstätten: Das Konzerthaus am Schloss in Kiel ist wieder bespielbar. Wie blicken Sie auf die ersten SHMF-Konzerte dort?

Ich liebe das Kieler Schloss und freue mich sehr, dass wir dort wieder Konzerte veranstalten können. Der Saal passt perfekt zum Festival: Er schafft eine besondere Nähe zwischen Publikum und Bühne, sodass beide sich auf ganz unmittelbare Weise begegnen können.

Ein wichtiger Aspekt im Verständnis des SHMF als menschennahes Festival …

Absolut – und die Nahbarkeit drückt sich auf vielen Ebenen aus. Wir haben 8.600 Vereinsmitglieder: alles Festivalianerinnen und Festivalianer, die sich für das Festival engagieren und es als Gemeinschaftsaktion begreifen. Mein Anspruch ist es, auch zukünftig diese Nahbarkeit zu bewahren, nie abgehoben zu sein, zuzuhören und das Scheinwerferlicht auf Regionen zu richten, die sonst selten im Fokus stehen. Daran arbeiten wir gemeinsam mit unseren ehrenamtlichen Beirätinnen und Beiräten, mit unseren Partnern aus der Wirtschaft, mit der Politik und unserem gesamten Team.

Mehr Infos und Tickets unter www.shmf.de und 0431 237070.

Das könnte auch interessant sein

Schleswig-Holsteiner gewinnt im LOTTO 6aus49

2. Millionengewinn in 2026

Flensburger gewinnt eine Million im LOTTO 6aus49

Sommer-Sonderauslosung im Spiel 77

Die glücklichen Gewinner

Die Gewinner der bundesweiten Sommer-Sonderauslosung im Spiel 77 stehen fest.

Glück in der Adventszeit

Nächster Großgewinn bei Eurojackpot

Schleswig-Holsteiner gewinnt 569.615,20 Euro in der Lotterie Eurojackpot.

KENO-Sonderauslosung vom 12. bis 18.05.2025

Die KENO-Gewinner!

Bei der bundesweiten KENO-Sonderauslosung vom 12. bis 18.05.2025 wurden täglich ein Audi Q2 sowie 530 x 100 € verlost.

Ziehungsliste vom 11. Oktober 2025

Das LOTTO SuperDing!

Hier erfahren Sie die Sondergewinnzahlen vom LOTTO SuperDing!

BINGO!-Sonderauslosung vom 11.05.2025

Die BINGO!-Gewinner

Bei der BINGO!-Muttertags-Sonderauslosung am vergangenen Sonntag, 11. Mai 2025, wurden 1 x ein VW Retro-Bulli - Baujahr 1970, 10 x ein VW ID. Buzz Pro sowie 100 x 1.000 Euro verlost.

Eurojackpot-Sonderauslosung vom 3. und 6. Juni 2025

Goldene Gewinner

Die Gewinner unserer landeseigenen Eurojackpot-Sonderauslosung "GOLD" stehen fest.

BINGO!-Sonderauslosung vom 28.09.2025

Die glücklichen BINGO!-Gewinner stehen fest!

Bei der Herbst-Sonderauslosung in der Umweltlotterie BINGO! am vergangenen Sonntag, 28. September 2025, wurden 10 x je ein Audi Q4 e-tron sowie 250 x 1.000 Euro verlost.